Google Local Pack belohnt industrierelevante Signale
Während sich die klassische Web-Suche, nicht nur aufgrund von KI- und LLM-Einfluss, aktuell schneller denn je verändert, suchen mehr und mehr Unternehmen nach Möglichkeiten, selbst in umkämpften Branchen und stark bevölkerten Märkten an Sichtbarkeit zu gewinnen. Die Local Search (Lokale Suche) bietet weiterhin gute Chancen, speziell das Local Pack. Eine neue Studie zeigt, dass industrierelevante und zielgruppen- sowie ortsgebundene Signale zu stärkeren Platzierungen verhelfen, unabhängig von Unternehmensgröße, Brand Recognition und Werbebudget.
Was ist das Local Pack?
Beim Local Pack handelt es sich um jene drei Unternehmensprofile, die bei einer Suchanfrage auf Google direkt unterhalb des Maps-Ausschnitts angezeigt werden. Diese tauchen auf der ersten Seite der Rankings, häufig sogar noch vor allen regulären Suchergebnissen auf und sind entsprechend heiß begehrt.
Die richtige Strategie für jede Industrie
Möglichst weit oben aufzutauchen, ist natürlich für jedes Unternehmen ideal, vom kleinen Frisörsalon über Ausflugsgasthäuser bis hin zu Maschinenbauern. yext.com nahm sich 8,7 Millionen Profile bei Google Business vor, verteilt auf fünf unterschiedliche Branchen in den USA, und versuchte herauszufinden, wer wirklich warum aufscheint. Dabei stellte sich heraus, dass weder Größe noch Bekanntheit noch Ads-Budget tatsächlich Erfolg garantieren. Zwar ist es auf jeden Fall hilfreich, die von Google empfohlenen Basics – Antworten auf Kundenrezensionen, hochwertige Fotos und vollständiges Unternehmensprofil – zu erfüllen, doch kann deren Gewichtung je nach Industrie variieren.
Beispiele für Industriesignale
Vorneweg will erwähnt werden, dass die folgenden Industriesignale regional variieren können. Besagte Yext-Recherche fand beispielsweise unterschiedliche Gewichtung beim Einsatz von Fotos oder verlinkten Social-Media-Profilen je nach Branche und Ort – ein klarer Indikator dafür, dass das Local Pack tatsächlich stets lokale Unterschiede in seine Reihung einbezieht. Folgende Signale zeigten sich bei den untersuchten Industrien von besonderer Bedeutung:
Einzelhandel: Die Anzahl und der Durchschnitt von Rezensionen machen den Unterschied, ob bestimmte Geschäfte überhaupt besucht werden. Zudem sollten Unternehmensprofile immer auf dem neuesten Stand sein, von Öffnungszeiten über Infos bis hin zu Fotos.
Finanzdienstleistungen: Banken und Co. sollen Vertrauen stiften. Professionelle Fotos sind gut, laufend neue Bewertungen und Antworten sind der Schlüssel zum Erfolg. Hier ist wichtig, dass diese echt sind und nicht automatisiert wirken.
Gesundheit: Bei (Fach-)Ärzten und Gesundheitseinrichtungen geht es um Patientenzufriedenheit, die sich in regelmäßigen hohen Bewertungen äußert. Fotos sind weniger wichtig, dafür braucht es klar kommunizierte Öffnungszeiten und genaue Anfahrtsbeschreibungen sowie Infos zu Parkmöglichkeiten und zur Barrierefreiheit.
Hotellerie: Ästhetik spielt für Gäste tatsächlich eine zweitrangige Rolle. Grundlegende Fotos sind gut, wichtiger sind aber genaue Infos – Rezeptionszeiten, Hotelbeschreibungen und Details zu Services und Annehmlichkeiten. Hier spielen vollständige Unternehmensprofile eine besonders große Rolle und nicht etwa dasselbe Hotelrestaurant aus zig verschiedenen Blickwinkeln fotografiert.
Restaurants & Bars: Aktive Unternehmensprofile sprechen Interessenten an. Regelmäßige Rezensionen, direktes Brand-Engagement und umfassende Infos sind wichtiger als eine große Fotoanzahl. Hier geht es vor allem um Vollständigkeit und Authentizität.
Tipps für das eigene Unternehmensprofil
Eine One-Size-Fits-All-Lösung für alle Branchen, alle Locations und alle Profile gibt es also nicht, stattdessen braucht es viel Geduld, Eigeninitiative, Vergleiche und regelmäßiges Engagement. Folgende Ansätze können weiterhelfen:
Komplette Unternehmensprofile und aktuelle, aussagekräftige Fotos sind immer gut. Die Basics sollten stets vorhanden sein.
Regelmäßige Aktualisierungen sind natürlich wichtig. Die Öffnungszeiten haben sich geändert? Es gibt neue Infos oder bessere Fotos? Immer her damit!
Ehrliches Engagement mit Kunden und Interessenten ist das A und O. Schnelle und sympathische Antworten auf Fragen und Bewertungen zeigen, dass man sich für die eigene Zielgruppe interessiert. Das merkt im besten Fall auch Google und belohnt das.
Jene Signale, die für die eigene Branche wirklich wichtig sind, sollten in den Mittelpunkt rücken. Dabei aber nicht alle anderen Elemente und Bereiche komplett vernachlässigen!
Ein Blick auf andere Anbieter lohnt sich immer. Wer kann sich im Local Pack platzieren? Was macht die Konkurrenz anders? Gewisse Details können sich sogar von Location zu Location unterscheiden – wer an mehreren Standorten vertreten ist, braucht womöglich für jede Location individuelle (Teil-)Strategien.
Die Lokale Suche eignet sich zudem hervorragend für Versuchsballons und ausgiebiges Testen. Am besten bestimmte Segmente und Märkte herausnehmen und Veränderungen sowie deren Auswirkungen festhalten. Daraus lassen sich womöglich größere Erkenntnisse für die Local-Pack-Sichtbarkeit ablesen.
Informative, authentische und zugleich präzise Unternehmensprofile sind der Schlüssel zum Erfolg, um im Local Pack aufzuscheinen. Es gibt inzwischen keine universellen Lösungen, um positiv aufzufallen – Individualität und industriespezifische Ausrichtung sind angesagt, Gleichförmigkeit ist ein absolutes No-Go. Die Lokale Suche bietet auf einem umkämpften Suchmarkt hervorragende Chancen, positiv aufzufallen. Es braucht bloß das richtige Rezept dafür.
Quelle: searchengineland.com
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