Google Analytics

Google Analytics 4 – was ist neu?

Im Juli 2023 stellt Universal Analytics seinen Betrieb ein. Stattdessen nimmt Google Analytics 4 (GA4) das Heft in die Hand. Seit dieser Ankündigung laufen viele Branchenvertreter Sturm. Von einem nicht zufriedenstellenden Interface bis zu fehlenden Key Features potenzieren sich die Frustrationen über das aktuell noch in der Beta-Phase befindliche GA4. Aber was ist eigentlich neu in Google Analytics 4 und was muss jetzt getan werden?

Warum wird Universal Analytics zu Google Analytics 4?

Krista Seiden, eine ehemalige Google-Mitarbeiterin, erklärt, dass GA4 bereits seit mehreren Jahren entwickelt wurde und einst als App+Web neue Beta-Analytics-Möglichkeiten ermittelte. Google Analytics 4 soll Unternehmen „auf die Zukunft“ vorbereiten, so die vollmundige Ankündigung. Besagte Zukunft stützt sich nach aktuellen Erkenntnissen auf drei Säulen:

  • Datenmodell: Die Basis für Universal Analytics ist ein 15 Jahre altes Datenmodell, das vor Smartphones und mobilen Endgeräten entstand. Für GA4 wurde ein Update entwickelt. Wo der Vorgänger Session-basiert trackte, können Ziele und/oder Conversions nun nach Ereignis gemessen werden.
  • Keine Cookies: Eine Welt ohne Cookies wird immer realistischer und führte bereits zu großen Tracking-Umwälzungen. GA4 versucht die durch das Wegfallen von (Third-Party-)Cookies entstehende Lücke zu schließen und führt „Blended Data“ ein, um diesen Tracking-Einbruch zu kaschieren.
  • Datenschutz: Diese Cookie-Zäsur ging nahezu Hand in Hand mit der DSGVO-Einführung. Entsprechend will GA4 unter anderem ausschließlich mit First-Party-Cookies arbeiten, die komplett DSGVO-konform sind, sowie keine IP-Adressen mehr speichern. In anderen Worten: Umfassender Datenschutz soll ein zentrales Feature von GA4 sein.

Was bedeuten diese Änderungen für mein Unternehmen?

Was ist neu bei Google Analytics 4? Diese Frage im Vergleich mit Universal Analytics zu beantworten, fällt schwer, da es sich bei GA4 im Grunde um eine komplett neue Analytics-Version mit frischem Datenmodell und anderem Interface handelt. Aber was heißt das für Unternehmen im täglichen Gebrauch? Folgende Faktoren sollten beachtet werden:

  • Datenmodell: Wie bereits erwähnt, misst das userbasierte GA4 nicht mehr nach gesamten Sessions, sondern nach einzelnen Interaktionen. Jedes Event trägt einen einzigartigen Namen und ist mit identifizierenden Parametern versehen. Zählte das Ansehen von vier Videos innerhalb einer Session mit UA als eine einzige Conversion, können daraus mit GA4 je nach Zielfestlegung vier unterschiedliche Conversions werden.
  • Spamerkennung: Unerwartete Traffic-Spitzen sowie unerklärliche Traffic-Quellen sorgten für fehlerhafte Datensätze und unzuverlässige Messwerte. GA4 verwendet einen speziellen, nicht-öffentlichen Schlüssel, der nur in den eigenen Data-Stream-Einstellungen sichtbar ist, und solche Spamattacken verhindern soll.
  • Aufbewahrungsdauer: Daten konnten bei Universal Analytics beliebig lange aufbewahrt werden. Mit GA4 wird das Maximum auf 14 Monate gesenkt. Dadurch stellt sich die Art und Weise des Reportings und der Auswertungen um. Bei der Sicherung historischer Daten sollte auf diesen Schritt unbedingt Rücksicht genommen werden.
  • Reporting-Interface: Während Universal Analytics mit vorgefertigten, einfach auszulesenden Berichten arbeitete, macht GA4 die Angelegenheit etwas komplizierter. Das liegt unter anderem am neuen Datenmodell, wodurch einige Reporting-Funktionen obsolet geworden sind. Durch den verstärkten Fokus auf Datenschutz ist die Lernkurve steiler, die Möglichkeiten sind dafür umfangreicher.

Kein Grund zur Panik

Jetzt die Tracking-Flinte ins Analytics-Korn zu werfen, wäre verkehrt. Noch besteht kein Grund für verzweifelte Hauruck-Aktionen, denn die Übergangsfrist läuft bis Juli 2023. Trotzdem sollte der Umstieg auf Google Analytics 4 unbedingt zur Priorität erklärt werden. Mit diesem Aktionsplan gelingt der Wechsel:

  • Historische Daten sollten ab sofort aufgebaut und gesammelt werden, um bereits kommendes Jahr einen Jahresvergleich in GA4 vornehmen zu können.
  • Sobald GA4-Events eingerichtet sind, wollen entsprechende Prozesse aktualisiert werden.
  • Team-Trainings helfen Mitarbeiter*innen, sich frühzeitig mit GA4 vertraut zu machen. Auf diese Weise fällt der Umstieg deutlich leichter.
  • Besonders wichtig: Die historischen Daten aus Universal Analytics müssen vor dem 1. Juli 2023 extrahiert werden, damit diese Infos nicht verlorengehen.

Google Analytics 4 ist kein reines Upgrade, es ist eine komplett neue Analytics-Version, die mit neuen Funktionen, neuen Ansätzen und einem neuen Interface einhergeht. Hauptverantwortlich für die große Umstellung ist das neue Datenmodell. Je früher mit der Einrichtung von GA4 begonnen wird, je früher man sich mit der neuen Arbeitsweise vertraut wird, desto einfacher fällt der Umstieg im Juli 2023. Das funktioniert gewiss nicht von heute auf morgen, mit der nötigen Vorlaufzeit sollte GA4 aber schon bald zum bewährten, vertrauten Tool für sämtliche Tracking-Aktivitäten reifen.

Quelle: www.searchenginejournal.com

Copyright Foto: ©unsplash.com/Edho Pratama

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