Diese Signale bestimmen die Sichtbarkeit in KI-Assistenten
Top-Platzierung bei Google und doch keine einzige Erwähnung in KI-Antworten? Das ist längst kein Einzelfall mehr. Eine Ahrefs-Analyse von rund 860.000 Keywords zeigte, dass nur noch 38 % der in AI Overviews zitierten Seiten in den Top 10 der klassischen Suchergebnisse aufscheinen (acht Monate zuvor waren es noch 76 %). Die Position hat also nicht unbedingt etwas mit der Sichtbarkeit bei KI-Assistenten zu tun. ChatGPT, AI Overviews, Gemini und Konsorten orientieren sich inzwischen an Markennennungen und deren konkreter Darstellung.
So verlieren Rankings an Aussagekraft
Einer der wichtigsten Gründe dafür ist das zunehmende Auffächern von Suchanfragen, auch „Query Fan-out“ genannt. LLMs leiten aus einem Prompt mehrere verwandte und weiterführende Teilanfragen ab und setzen die Antwort aus deren Ergebnissen zusammen. Eine Website kann also als „bestes restaurant in wien“ auf Platz 1 der organischen Suchergebnissen stehen und trotzdem nicht oder nur am Rande genannt werden, wenn die KI Teilanfragen wie „restaurants für familien in wien“ oder „restaurants für geschäftsessen in wien“ als relevant erachtet. Darüber hinaus führte der Umstieg auf Gemini 3 laut SE Ranking dazu, dass rund 42 % der zuvor zitierten Domains durch andere ersetzt wurden. Ebenfalls auffällig ist der hohe Anteil von YouTube-Videos, die zwar nicht in den Top 100 der organischen Ergebnisse aufscheinen, aber dennoch in AI Overviews zitiert werden.
Vier Signale geben die KI-Sichtbarkeit vor
Der Weg zur Erwähnung in KI-Antworten unterscheidet sich also vom Weg zu guten organischen Rankings, auch wenn diese weiterhin relevant bleiben. Dennoch gelten andere Regeln in der LLM-Welt – und die folgenden vier Signale sind besonders relevant für Sichtbarkeit und Wahrnehmung von Marken in KI-Antworten:
Nennungsreihenfolge: Je weiter oben die eigene Marke in einer KI-Antwort genannt wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich Nutzer für sie entscheiden. Im Rahmen einer Studie von Growth Memo und Citation Labs zum Google AI Mode entschieden sich 74 % der Teilnehmenden für die zuerst genannte Option. Von dieser Reihung weichen Nutzer vor allem dann ab, wenn ihnen andere Marken bereits bekannt sind. Allerdings sind Rankings und Nennungen wenig konistent – wer einmal an erster Stelle steht, wird bei der nächsten identen Anfrage vielleicht sogar überhaupt nicht erwähnt.
Beschreibungstiefe: Ist mehr tatsächlich mehr? Marktführer werden in KI-Antworten in der Regel nicht nur häufiger genannt, sondern auch deutlich ausführlichere beschrieben. Besonders häufig zitierte Seiten bieten klare und umfassende Informationen zu Produkten und Angeboten. Je höher die Informationsdichte ist, desto besser und aussagekräftiger fällt im Normalfall die KI-Beschreibung aus.
Autoritätssignale: Marktführer, Herausforderer oder Nischenanbieter? HubSpots AEO Grader ordnet Marken anhand ihrer Positionierung in KI-Assistenten unterschiedliche Wettbewerbsrollen zu. Manche Anbieter werden neutral und nüchtern, andere ausgesprochen positiv beschrieben. Eine Semrush-Auswertung zeigte zudem, dass Marktführer beim KI Share of Voice vergleichsweise stabil bleiben und monatliche Schwankungen von weniger als 20 % aufweisen. Autorität muss langsam und konzentriert aufgebaut werden. Wer hier Abkürzungen wählt, schneidet sich ins eigene Fleisch.
Wettbewerbspositionierung: Das „beste restaurant in wien“ ist, wie zuvor erläutert, nicht zwangsläufig die beste Wahl für jede Zielgruppe. Durch Query Fan-out gewinnen spezifische Nischen und Anwendungsfälle an Bedeutung, für die sich Marken entsprechend positionieren können. Eine einheitliche Präsentation auf der eigenen Website, in Business-Profilen und auf Drittplattformen vermittelt klar, wofür die eigene Marke steht und welche Leistungen sie anbietet. Zudem erleichtert sie die Abgrenzung gegenüber direkten Mitbewerbern und verdeutlicht, für welche Zielgruppen das eigene Angebot besonders geeignet ist.
Sichtbarkeitsmessung als Herausforderung
Wie sich diese Sichtbarkeit allerdings tatsächlich messen lässt, ist derzeit allerdings noch nicht vollständig geklärt. Zwar gibt es mehr und mehr Tools, die entsprechende Einblicke versprechen, jedoch hat kein Drittanbieter Zugriff auf interne Ranking- oder KI-Systeme. Auch die Berichte zur generativen KI in der Google Search Console liefern bislang nur eingeschränkte Einblicke in die KI-Sichtbarkeit, da sie ausschließlich die entsprechenden Google-Funktionen abdecken. Für eine umfassende Bewertung sollten Unternehmen deshalb zusätzlich eigene Analysen zur Sichtbarkeit ihrer Marke durchführen. Bei der manuellen Sichtbarkeitsmessung sind folgende Fragen entscheidend:
Wie oft taucht meine Marke bei entsprechenden branchen- und produktrelevanten Fragen auf?
In wie vielen von 100 kategoriespezifischen Antworten wird meine Marke genannt? (Eine Nennungsrate unter 30 kann auf relevante Lücken in der Informationsbereitstellung oder Markenautorität hindeuten.)
Wird mein Angebot als Premium- oder Budgetlösung, als Profi- oder Einsteigerprodukt beschrieben?
Werde ich aktiv empfohlen oder bloß genannt?
Ein solides SEO-Fundament bleibt aber weiterhin wichtig, führen doch über 20 % des ChatGPT-Referral-Traffics weiterhin zu Google, wo Marken, Produkte und Anbieter weiterhin genauer untersucht werden. Gemeinsam mit sauberer technischer Basis, einzigartigen und hilfreichen Informationen sowie einheitlichem Auftreten auf allen Plattformen werden beste Voraussetzungen geschaffen, um in KI-Antworten nicht nur genannt, sondern auch richtig beschrieben zu werden.
Quelle: searchengineland.com
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