KI-Antworten zu Unternehmensstandorten genau prüfen

KI-Antworten zu Unternehmensstandorten genau prüfen

Wer hat heute geöffnet, wo liegt die nächste Filiale, welche Leistungen werden angeboten? Solche Fragen werden momentan mehr denn an KI-Assistenten statt an die klassische Google-Suche gestellt. Eine BrightLocal-Studie belegt, dass mittlerweile rund 45 % der User auf ChatGPT und Konsorten für lokale Empfehlungen setzen – ein Wert, der im Vorjahr bei gerade einmal 6 % lag. Bloß stimmen die KI-Antworten längst nicht immer. Wer nicht selbst nachsieht, erfährt davon womöglich erst, wenn Kunden vor verschlossenen Türen stehen. Guter Rat muss aber nicht teuer sein.

Umfassendere KI-Antworten

Ein klarer Vorteil von KI-Assistenten ist die Zusammenfassung vieler Informationen in einer klaren, ausformulierten Antwort. Während die Local Search verschiedene Daten auflistet und User zum direkten Vergleich zwischen Unternehmen einlädt (z. B. anhand von Bewertungen, gelisteten Services, Öffnungszeiten und verlinkten Websites), liefert die KI eine komplette Unternehmensbeschreibung, ohne dafür zusätzliche Seiten aufrufen zu müssen. Während bei reinen lokalen Suchanfragen (z. B. „steuerberater linz“) AI Overviews nur selten ausgelöst werden, ist das bei umfangreicheren, informativen Fragen fast immer der Fall. Und solche umfassenden Antworten sowie die damit verbundenen Beschreibungen lassen sich nicht ganz so leicht untersuchen.

Fehleranfällige Ergebnisse

Bei einem Searchable-Test mit 165 Londoner Unternehmen und über 13.000 Fragen zu Leistungen, Kontaktdaten, Gründungsjahr und Größe gab es bei mindestens 93 % der Unternehmen wenigstens eine Information, die entweder falsch war oder komplett fehlte. Bei einem weiteren Test mit mehr als 72.000 Fragen zu britischen Einzelhändlern war jede 16. Antwort falsch. Besonders kurios: Selbst wenn der Ort im Prompt genannt wurde, nannten 10 % der Antworten eine falsche Postleitzahl. Zu den häufigsten Fehlern zählten:

  • falsche Adressen und Postleitzahlen

  • falsche Öffnungszeiten

  • fälschlicherweise als geschlossen angegebene Standorte

  • nicht angebotene Leistungen

Vergleichbare Fehler und Fehlerhäufigkeiten sind grundsätzlich auch bei heimischen Unternehmen denkbar. Ein möglicher Grund dafür liegt in der Informationsdichte. Je weniger Daten online vorhanden sind – und oft sind bloß Website und/oder Google-Business-Profil vorhanden –, desto dünner ist die Informationsbasis, auf die KI-Systeme zurückgreifen können.

KI-Check gegen falsche Informationen

Während schwankende Rankings, schwächelnde Klicks und Impressionen in der Search Console sowie spürbare Traffic-Einbrüche in der klassischen Suche Spuren hinterlassen und zum Handeln motivieren, bleiben vergleichbare Warnsignale im KI-Bereich aus. Jedes System unterscheidet sich bei der Auswahl und Kombination der Daten. Ein automatisches Monitoring oder eine Benachrichtigung bei fehlerhaften KI-Antworten gibt es derzeit nicht (AI Overviews bietet immerhin einen Feedback-Button). Bis es ausgereifte Monitoring-Tools gibt, braucht es eine systematische Prüfung:

  • Typische Kundenfragen sammeln (z. B. zu Öffnungszeiten, Leistungen, Anfahrt, Empfehlungen) und als einheitliche Liste für alle Standorte festhalten.

  • Die Fragen in den wichtigsten KI-Assistenten (v. a. ChatGPT, Gemini, AI Overviews, Perplexity, Claude) stellen. Dabei nach Möglichkeit auf Personalisierung und gespeicherten Gesprächsverlauf verzichten, um möglichst neutrale Ausgangsbedingungen zu schaffen.

  • Alle Fragen mehrfach stellen, da die Antworten variieren können.

  • Ergebnisse protokollieren und Fehler, Abweichungen sowie fehlende Informationen festhalten.


  • Fehler nach Wichtigkeit priorisieren und anschließend abarbeiten. Besonders kritisch sind Fehlinformationen, die einen Besuch verhindern können, etwa falsche Adressen und Öffnungszeiten oder angeblich geschlossene Standorte.

Solche Überprüfungen sollten regelmäßig durchgeführt werden, denn eine korrigierte Quelle alleine aktualisiert KI-Antworten nicht automatisch.

So funktioniert die Fehlerbehebung

Fehler müssen an der Quelle behoben werden. Wo sich diese befindet, muss erst ermittelt werden. Im ersten Schritt sollten die eigenen Kanälen geprüft werden: Google-Business-Profil, die eigene Website sowie etwaige Standortseiten. Hier sollten alle Daten übereinstimmen – widersprüchliche Angaben zwischen diesen Quellen zählen zu den klarsten Ursachen für fehlerhafte KI-Antworten. Anschließend sollten externe Quellen geprüft werden. Veraltete Verzeichnisse, Bewertungsportale sowie Seiten über ähnlich benannte Unternehmen können Probleme verursachen. In solchen Fällen hilft meist nur die direkte Kontaktaufnahme. Grundsätzlich gilt: Je umfassender und einheitlicher die Präsenz auf Plattformen, Portalen und in Branchenverzeichnissen ausfällt, desto verlässlicher ist die Informationsbasis, aus dem KI-Systeme ihre Antworten bilden.

KI-Systeme beschreiben lokale Unternehmen – ob diese wollen oder nicht. Wer regelmäßig prüft, was ChatGPT und Co. über die eigenen Standorte erzählen, erkennt Fehler, bevor sie Kunden und Umsätze kosten. Zwar ist der manuelle Aufwand aktuell noch hoch, doch die regelmäßige Prüfung zahlt sich aus. Denn ein falsch beschriebener Standort kann mehr schaden als gar keine Erwähnung.

 

Quelle: www.searchenginejournal.com

Copyright-Foto: unsplash.com/Aerps.com

Generative-KI-Bereich in Google Search Console

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