Kann man geistiges Eigentum gegen KI schützen?

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Kann man geistiges Eigentum gegen KI schützen?

Über die Vor- und Nachteile von KI-Einsatz wird seit geraumer Zeit überaus lebhaft diskutiert, gerade seit ChatGPT immer mehr Bereiche des Lebens mit Input versorgt. SEO und KI können tatsächlich harmonieren, sind sich aber nicht immer ganz koscher. Wenn eigene Inhalte, selbstverfasster Content plötzlich in KI-Tools landet, muss das nicht unbedingt eine angenehme Angelegenheit sein, gerade wenn das so gewonnene Material von anderen Plattformen wiederverwertet und ausgespuckt wird. Sich davor zu schützen, ist leider alles andere als einfach.

So kommt KI an eigene Daten

Wie viele andere Systeme verwendet auch KI mehr und mehr Bots, um Daten zu erfassen. Während ChatGPT und Co. anfangs vornehmlich auf Trainingsdaten setzten, die als Startpunkt eingegeben wurden und entsprechend schnell veraltet waren, werden nun mehr und mehr neue Informationen gecrawlt. Sehen KI-Systeme die gewonnenen Daten als hilfreich, korrekt und „recycelbar“ an, landen sie in Antworten auf Prompts. Je spezifischer diese ausfallen, desto mehr geistiges Eigentum findet sich dort wieder – sei es als Zusammenfassung oder anderweitige Aufbereitung eigener Artikel oder durch das Erzeugen komplett neuer Texte, die (zumindest teilweise) auf diesem geistigen Eigentum beruhen. Je nachdem, wie umfangreich die Prompt-Schreiber den gewonnenen Content überarbeiten, können „nur“ Ideen, aber auch komplette Textpassagen plötzlich auf anderen Websites landen.

Risiken durch KI-Datenverwendung

Auf diese Weise öffnet KI die Schleusen für Plagiarismus. Dieser mag für die Content-Recycler, die gewonnene Inhalte nun auf der eigenen Seite publizieren, vielleicht nicht so bewusst erfolgen – in dubio pro reo, wenn man höflich sein möchte –, doch ändert das letztlich nichts am Sachverhalt. Wer sich die Inhalte anderer – egal wie bewusst oder unbewusst – zu eigen macht und den eigenen Namen daruntersetzt, klaut Content. Exakt deswegen muss mit KI vorsichtig umgegangen werden. Sie kann zwar Impulse für die Textproduktion liefern, sollte aber nie unverändert für Publizierungen herangezogen werden. Das Ergebnis kann verheerend sein:

  • Sichtbarkeit: Was passiert, wenn Crawlbots den von anderen Seiten kopierten Inhalt vor der eigenen Variante ranken? Theoretisch könnte KI einen Rankingvorteil erarbeiten und somit für die eigentliche Quelle Sichtbarkeitsverluste bedeuten. Wer mit dem eigenen, mühsam recherchierten Content hinter einem Plagiat landet, wird wohl einiges hinterfragen.
  • Reputation: Dieser Faktor geht in beide Richtungen. Anbieter, die ausschließlich auf KI-Content setzen und als solche identifiziert werden, gelten als weniger zuverlässig und verlieren ihren zuvor womöglich guten Ruf. Zugleich müssen eigentliche Texter plötzlich gegen künstliche Intelligenz ankämpfen und sehen sich womöglich intern unter Druck, wenn die Content-Performance ausbleibt.
  • Finanzielle Verluste: Eng mit diesem Punkt sind ausbleibende Profite verbunden, wenn die eigenen Texte plötzlich anderweitig ausgespielt werden können, oder wenn sie nicht mehr den beim Publisher erhofften Gewinn abwerfen. Verlieren sich die Leser zu billigen KI-Kopieren, wo es beispielsweise keine Abos, keine Paywalls odgl. gibt, kann die eigene Position als Autor bzw. Content-Produzent hinterfragt werden. Das wirkt sich selbstverständlich unmittelbar auf die Jobsicherheit aus.

Geistiges Eigentum gegen KI absichern

KI kann somit Grenzen zwischen Kopie und Eigentum verwischen und sorgt im schlimmsten Fall dafür, dass andere von der eigenen mühevollen Arbeit profitieren, während man selbst durch die Finger schaut. Wenig überraschend überlegen mehr und mehr Anbieter, sich in irgendeiner Form gegen KI-Plagiarismus zu schützen. Erste SEO-Tools verwenden bereits Tools, um Bots von ChatGPT und ähnlichen Anbietern zu blockieren. Durch „Disallow“-Commands in der robots.txt-Datei ist ein Crawling-Opt-out möglich. Die User-Agents GPTBot (für ChatGPT) und Google-Extended (für Bard und Vertex AI) sollten sich damit aussperren lassen, wobei fraglich ist, wie lange das funktioniert.

Viel wichtiger ist jedoch, weiterhin innovativen Content voller einzigartiger Informationen zu liefern und dabei die eigene Expertise gewinnbringend einzusetzen. Dies lässt sich mit dem Aufbau guter Reputation, vielleicht sogar einer eigenen Marke verbinden. Wer sich entsprechend als Koryphäe positioniert und dabei auf mehrere Marketing-Kanäle setzt, etabliert sich mit der Zeit als Autorität. Sollte dann ein Plagiat auftauchen, werden User tendenziell der Original-Quelle – der Content-Autorität – Glauben schenken und den Kopierer mit Ignoranz oder Verachtung bedenken. Das gilt dann letztlich auch für Suchmaschinen, für Rankings und eventuelle Rankingstrafen.

KI verteufeln? Nicht so schnell!

Auf dem Papier klingt KI natürlich wie ein Dämon, doch das ist ebenso wenig der Fall wie es einfach ist, sich als Autorität zu etablieren. Während letzterer Faktor viel Zeit und Know-how verlangt, kann künstliche Intelligenz tatsächlich wichtige Inputs zur Content-Produktion liefern, neue Ideen und Perspektiven liefern, und somit zum Verfassen frischer Texte inspirieren. KI dient im Idealfall als Recherche- und Ideen-Tool, doch bleibt der eigene Stil, das eigene Know-how – gerade auf lange Sicht – immer die wichtigste Zutat für den individuellen Content-Erfolg.

Quelle: searchengineland.com

Copyright-Foto: pixabay.com/Frank_Reppold

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