Google Ads automatisiert Targeting auf Sprachen in Kampagnen
Googles Automatisierungsbemühungen schreiten unaufhörlich voran. Speziell im Ads-Bereich wird fleißig umgeschichtet, zuletzt unter anderem durch den verstärkten Einsatz von AI Max anstelle von Dynamic Search Ads. Ende September soll sich die Funktionsweise des Targeting auf Sprachen verändern, sowohl bei Suchkampagnen als auch im Suchnetzwerk-Teil von Performance Max-Kampagnen. Google entfernt die manuelle Sprachausrichtung und automatisiert diese Funktion.
Sprachsignale und User-Verhalten
Bislang konnten Werbende auf Kampagnenebene eine oder mehrere Sprachen auswählen, um Anzeigen entsprechend ausspielen zu lassen. Die Möglichkeit fällt nun weg und soll durch eine Reihe an Signalen automatisiert werden. Dazu zählen:
Suchanfrage: Die Sprache der verwendeten Anfrage bzw. Keywords gibt in vielen Fällen eindeutigen Aufschluss über die Zielsprache (Ausnahmen können Brand-Keywords oder Anglizismen sein).
Landingpage: Die Verbindung zwischen der Sprache der Suchanfrage und der Sprache der Landingpage hinter der Anzeige ist ein weiterer Anzeigefaktor.
Nutzereinstellungen: Die eingestellte Suchsprache sowie Zielregion im Browser gibt ebenfalls Rückschluss auf die relevante Zielsprache.
User-Verhalten: Sucht ein Nutzer beispielsweise häufiger in einer Sprache, die nicht der eingestellten Browsersprache entspricht (z. B. englische Suchen in einem deutschsprachig konfigurierten Browser), ermittelt KI-gesteuerte Priorisierung die korrekte Zielsprache.
Diese Änderung betrifft zudem Performance Max-Kampagnen in der klassischen Google-Suche. Auf anderen Kanälen bleibt die Spracheinstellung auf Kampagnenebene zumindest vorerst erhalten.
Mögliche Risiken
Mehrsprachigkeit und uneindeutige Keywords könnten das größte Risiko für das Targeting auf Sprachen darstellen. Ob die KI-gesteuerte Spracherkennung und Analyse des User-Verhaltens tatsächlich optimal funktionieren, wird sich zeigen. Auch Suchanfragen nach gebrandeten Keywords sowie sprachlich mehrdeutigen Prompts könnten ein Problem darstellen. Letztlich fehlt – zumindest aktuell – die Möglichkeit einer gezielten Sprachauswertung. Werbende können nicht gesichert herausfinden, ob und wie Anzeigen sprachlich korrekt ausgespielt werden. Das kann vor allem im regulatorischen und Compliance-Bereich für Probleme sorgen.
Was jetzt zu tun ist
Laut Google ist bei existierenden Kampagnen nichts zu tun. API-Umstellungen müssen nicht vorgenommen werden, wobei Änderungen an „CampaignCriterion.language“ künftig Fehlermeldungen erzeugen sollen. Für die Zukunft sollen Werbende auf die klare sprachliche Strukturierung und Verbindung von Anzeigen und Landingpages achten. Eindeutige sprachliche Zuweisung verhindert etwaige Ausspielungsprobleme, zumindest theoretisch. Ob das tatsächlich so funktioniert, wird die Zeit zeigen.
Quelle: www.searchenginejournal.com
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