So funktioniert SEO-Internationalisierung

So funktioniert SEO-Internationalisierung

Englisch ist wohl die absolute Weltsprache, wird vielerorts gesprochen und verstanden, hat sich als eine Art Lingua Franca im Internet und im Welthandel etabliert. Ist sie somit Pflicht auf allen Websites? Reicht sie sogar als einzige Sprache, wenn man international tätig ist? Das darf durchaus hinterfragt werden, wie die unter csa-research.com einsehbare Studie „Can’t Read, Won’t Buy – B2C“ aus dem Jahr 2020 sehr eindrücklich zeigt. Demnach bevorzugen 65 % aller Konsumenten Inhalte in eigener Landessprache, für 40 % wäre das Fehlen dieser ein Grund, vom Kauf abzusehen. Entsprechend bieten sich Maßnahmen zur SEO-Internationalisierung an, aber wie sehen diese aus?

Macht SEO-Internationalisierung Sinn?

Das lässt sich nicht so einfach sagen. Jedes Unternehmen hat seine Zielgruppe, die lokal, national oder sogar international kauft und bestellt. Die kleine Boutique ums Eck oder der örtliche Metzger werden wohl eher bemüht sein, Interessenten aus dem Ort, vielleicht dem umliegenden Bezirk anzuziehen. Hier sollte es vornehmlich um lokale SEO-Maßnahmen gehen. Bei überregionaler und vor allem internationaler Geschäftstätigkeit sieht das ganz anders aus. Eine Machbarkeitsstudie hilft weiter. Stimmt das Kosten-Nutzen-Verhältnis, will internationales SEO in die Wege geleitet werden. Natürlich kommt es auf eine gut durchdachte, umfangreiche Strategie an, die ganz andere Faktoren in den Mittelpunkt rückt und sich an die Gegebenheiten des jeweiligen Ziellandes anpassen sollte.

Die richtige Zielland-Strategie

Zielland ist nicht gleich Zielland, wiewohl Zielsprache nicht gleich Zielsprache ist. Unterschiedliche kulturelle und gesellschaftliche Konventionen sowie Eigenheiten im Handelsgebaren und in der Internet-Nutzung bzw. dem E-Commerce-Verhalten können vor Herausforderungen stellen. Entsprechend braucht es eine umfangreiche Analyse, bevor es mit der SEO-Internationalisierung losgehen kann. Dazu zählen folgende Faktoren:

  • Suchverhalten: Länderspezifische Besonderheiten können im Großen und im Kleinen auftreten. Während Google gewiss der internationale Marktführer ist, gilt das nicht für die ganze Welt. China verwendet vor allem Baidu, Russland bevorzugt Yandex, während in Japan unter anderem Yahoo und Bing eine überdurchschnittlich starke Präsenz aufweisen. Zudem kann die Art und Weise der Suchanfrage ganz anders aussehen. Mancherorts wird direkt, knapp und explizit gefragt, während in anderen Ländern Longtails sowie implizierte, kontextuelle Suchanfragen dominieren. Auch die Semantik kann, gerade in Verbindung mit kulturellen Gepflogenheiten, manchen Begriffen und Formulierungen eine anderen Konnotation geben, von Markennamen ganz zu schweigen.
  • Kaufverhalten: Wer bestellt wie, wo und warum? Die beste Optimierung nützt nichts, wenn sie nicht auf die Käufer eingeht. Statistiken, Umfragen und Google Trends verraten beispielsweise, wo eher am PC und wo mobil eingekauft wird, wie hoch das durchschnittliche Einkommen ausfällt, wie interessiert technische Neuerungen aufgenommen oder wie wichtig Klimaschutz und Nachhaltigkeit gehandelt werden.
  • Konkurrenz: Wer in internationale Märkte vordringt, muss sich unter anderem mit lokaler und somit erfahrener Konkurrenz auseinandersetzen. Das stellt selbstverständlich vor große Herausforderungen, kann aber auch überaus wertvoll sein. Möglicherweise lassen sich aus den Mitbewerb-Aktivitäten Impulse für die eigene Strategie lesen, beispielsweise in den Bereichen Content-Marketing, SEO und Online-Werbung, oder sogar Lücken für Allstellungsmerkmale erkennen.

Überprüfung und Verfeinerung

SEO-Internationalisierung erfordert langfristiges Denken. Generell funktioniert SEO nicht von heute auf morgen, und das trifft bei neuen Zielländern doppelt und dreifach zu. Es gilt nicht nur, neue Entwicklungen und Trends zu berücksichtigen, sondern die Stärken und Schwächen der eigenen Website genau zu beobachten. Stellen sich erste Ergebnisse schnell oder langsam ein? Erfüllen die Rankings und der Traffic die Erwartungen? Regelmäßiges Monitoring, begleitet von entsprechender Anpassung der internationalen SEO-Strategie, ist somit ein absolutes Muss.

Internationales SEO schließt viel mehr als „nur“ eine weitere Sprachversion ein. Mit umfassender Recherche, der richtigen Strategie und laufender Nachbesserung können neue Zielgruppen und Zielländer erschlossen werden. Hauptsache, man bleibt am Ball und zeigt sich flexibel.

Quelle: t3n.de

Copyright-Foto: unsplash.com/Nareeta Martin

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